Freitag, 9. Dezember 2011

Little Miss Saigon

Saigon (03.12. - 06.12.2011):

Diese Stadt ist riesengroß (5.4 Mio Einwohner), laut, voll...und super! Aus irgendeinem Grund ganz anders als Hanoi. Mein Eindruck: Hanoi ist Vietnam pur, Saigon eine echte Weltstadt! Mein obligatorischer Stadtrundgang:





Weihnachtsdeko die Erste...


Weihnachtsdeko die Zweite...

People Commitee Hall

Weihnachtsdeko die Dritte...

Der Namensgeber der Stadt: Ho Chi Minh

Opernhaus

 
Weihnachtsstern :-)


Die Alte Post


Postschalter

Telefonzellen in der Post


Notre Dame Kathedrale


Man trifft sich im Park

 
Weihnachtsdeko die Vierte...


Weihnachtsdeko die Fünfte...

 
Familienausflug :-)


Weihnachtsdeko dir Sechste...



Reunification Palace


Am frühen Abend treffen sich viele zum Fußball, Badminton
oder Yoga im im Park Stadtzentrum







Am Nachmittag wollte ich einen Spaziergang in den Botanischen Gärten machen, die gleichzeitig auch der Zoo sind. Wie sich herausstellte, wurde ich an diesem Tag zu einer der größten Attraktionen dort! Es waren kaum Touristen, sondern fast nur Einheimische dort, die ihren Sonntagnachmittag mit Freunden oder Familie im Park verbrachten und die mich ALLE anstarrten, als hätten sie noch nie jemanden wie mich gesehen. Ich wusste gar nicht, was los war! Als ich auf einer Bank saß, bildete sich eine Menschentraube um mich herum, es wurden Fotos von mir gemacht (übrigens ohne zu fragen...) oder mir wurden Kleinkinder in den Arm gedrückt, damit sie mit mir auf ein Foto kommen. Das war mir tatsächlich etwas zu viel Aufmerksamkeit, so dass ich nicht allzu lange geblieben bin...!

Eingang zum Zoo

 
Außer mir waren wohl alle mit dem Motorrad da!


Am nächsten Tag hatte ich zusammen mit meiner Zimmernachbarin Tessa aus Melbourne eine Tour zu den Cu Chi Tunneln gebucht, die sich etwas außerhalb von Saigon befinden. Dieses riesige Tunnelsystem, das sich über 3 Ebenen erstreckt, wurde im Vietnamkrieg von den Vietcong als Versteck genutzt, von dem aus sie schnelle Angriffe auf die US-Armee starten konnten. Die Tunnel haben eine Gesamtlänge von ca. 200km und beherbergten damals Waffenlager, Lazarette, Schulen und Wohnräume. Die geheimen Eingänge waren so klein, dass man sie gut unterm Laub verstecken konnte. Heute kann man selbst erleben, wie es sich anfühlt, durch die extrem engen Gänge zu krabbeln. Und obwohl die ursprünglich nur 60-80 cm hohen Tunnel nun eine touristengeeignete Höhe haben, kriegte man doch Beklemmungen. War ganz schön gruselig, da es kein Licht (abgesehen vom Blitzlicht der Kamera) gab...und wenn man einmal drin ist, gibt es kein zurück mehr! Überhaupt würde diese Art von Museum bei uns wohl nur mit viel mehr Sicherheitsvorkehrungen funktionieren. Hier darf man sogar auf einen, halb zerschossenen Panzer klettern und bei der Vorführung einer der Vietcongfallen könnten die Touristen leicht aufgespießt werden, da es keine Abgrenzungen gibt.

Mit solch einem Werkzeug wurden die Tunnel gegraben

Die verschiedenen Ebenen des Tunnelsystems

Ganz schön kleiner Eingang!


Hier geht's in den Tunnel...


 


Hier wurde es wirklich gruselig eng!

So ernährten sich die Vietcong und wir durften probieren:
So eine Art Kartoffel mit einem "Dip" aus Salz, Zucker und Erdnüssen

V.l.n.r.: Tessa (Australien), Marco (Schottland), icke, James (England)

Alle Arten von fiesen Aufspießfallen


Jungs und ihre Spielzeuge...

Nach dem kurzen Hinweis vom Guide "Please step aside"
wurde diese "Doortrap" ausgelöst und verfehlte uns nur knapp!


Atemloch des Höhlensystems



Donnerstag, 8. Dezember 2011

Schlaflos in Vietnam

Cat Ba Island - Hue - Hoi An - Saigon (28.11. - 03.12.2011):

Zurück auf dem vietnamesischen Festland ging es von Haiphong mit dem Schlafbus nach Hue. "Schlafbus" heißt: Der Bus fährt über Nacht und man liegt anstatt dass man sitzt. Aber es heißt natürlich nicht notwendigerweise, dass man dort auch tatsächlich schlafen kann...! Das hat mehrere Gründe. Zum einen hat man einfach wahnsinnig wenig Platz, denn auf zwei Ebenen müssen schließlich maximal viele Reisende untergebracht werden:


Im Moment bin ich wirklich froh, so klein zu sein, denn alles über 1,60m muss irgendwie gekrümmt in diesen Betten liegen! Sie sind aber nicht nur sehr kurz, sondern auch sehr schmal, so dass man eigentlich nur in einer Position liegen kann (nämlich auf dem Rücken, sitzen geht auch nicht, weil die Decke zu niedrig ist...), ohne rauszufallen. Dazu kommt noch, dass man natürlich seine Tasche niemals aus den Augen bzw. aus den Händen lässt, so dass das Handgepäck auch noch Platz im Bett beansprucht. Ein weiterer Grund für die Schlaflosigkeit im Schlafbus ist das Dauerhupen des Fahrers, das den anderen Verkehrteilnehmern wahlweise das Überholen oder auch das Nichtüberholen zu signalisieren scheint. Zu allem Übel ist leider die Erfindung des Stoßdämpfers noch nicht nach Vietnam vorgedrungen, so dass man bei jeden kleinen Schlagloch aus dem Bett zu hüpfen droht...! Gut ist: Der Bus ist natürlich klimatisiert und man darf nicht rauchen...von diesem Verbot ausgenommen sind scheinbar aber grundsätzlich die Fahrer...! Auch die Regelmäßigkeit der Pipi-Pausen hängt vom guten Willen des Fahrers ab, so dass es manches Mal schon etwas...sagen wir unentspannt war ;-) . Dasselbe gilt für den Musikgeschmack, denn allzu gerne werden die Lieblingssongs des Fahrers über Lautsprecher (der sich DIREKT über dem Kopf befindet) zum Besten gegeben. Zusammengefasst: Schlafbusse sind total lustig und echt ein Erlebnis...nur nach einiger Zeit, z.B. nach 16 Stunden  Fahrt von Haiphong nach Hue, die eigentlich nur 10 Stunden dauern sollte, ist es nicht mehr ganz so lustig...aber man kommt IMMER an....irgendwann ;-)

In der Mitte ist es besonders wichtig, angeschnallt zu sein!

Der Zweitfahrer im Extrabett


Hue liegt so ziemlich in der Mitte von Vietnam an der Küste, ist eine alte Kaiserstadt und war von 1802 - 1945 Vietnams Hauptstadt. Klar, dass es hier viel Kultur zu sehen gibt! Die berühmteste Sehenwürdigkeit ist die Zitadelle mit der Verbotenen Stadt, die nach dem Vorbild von Peking gebaut worden ist. Da wir nach der Übernachtbusfahrt gegen Mittag in Hue ankam, nutzten wir den Nachmittag, um die Zitadelle ZU FUß (trotz aller Bemühungen der Rikscha-Fahrer) zu erkunden. "Wir" heißt in diesem Fall: Ich und drei Mädels, die im gleichen Schlafbus waren, nämlich Sophie aus Schweden und Monique & Christina aus Essen.


Hier hab ich gewohnt...ein tolles Hostel mit einer super Bar!

Endlich mal wieder im Dorm-Room!














Das verdiente Dinner nach jeder Menge Sightseeing!
V.l.n.r.: Christina, Sophie & Monique

Lecker Frühlingsrollen!


Obwohl Hue sehr schön war sind wir nur eine Nacht geblieben und am nächsten Tag gleich in den nächsten Bus nach Hoi An gestiegen. Kein Schlafbus, da die Entfernung nur etwa 100km beträgt! Das entspricht aber trotzdem noch 4 vietnamesischen Busstunden, da kurz nach dem Start erstmal für eine halbe Stunde gestoppt werden musste, um den Reifen zu wechseln. So kamen wir erst gegen Abend in Hoi An an.

Hier gab es leckeres Streetfoot-Dinner am Fluss

Soo dunkel, dass man nur mit Taschenlampe die Speisekarte lesen konnte ;-)

Die lokale Spezialität: Lao Cao (Reisnudeln, Salat, Reiscracker, Shrimps)

Unsere Stammkneipe ;-)


Wenn es regnet kommen sofort die Straßenverkäufer
 mit nützlichen Waren!!


Am nächsten Morgen wollten wir eine Tour zu den Ruinen von My Son machen, einer alten Tempelanlage, die etwas außerhalb von Hoi an liegt. Um nicht mit 1000 anderen Touristen dort zu sein, hatten wir extra eine Tour um 5:00 Uhr morgens gebucht...schließlich sind wir nicht zum Spaß hier ;-) . So früh hätten wir aber gar nicht aufstehen müssen, denn der Bus kam verspätet, musste dann noch einen Umweg nehmen, weil die einspurige Straße mit einem steckengebliebenen Fahrzeug versperrt war und war dann kaputt oder so, jedenfalls mussten wir den Bus wechseln...! So kamen wir statt um 6:00 erst um 7:00 an den Ruinen an. Gelohnt hat es sich aber auf jeden Fall! Vor allem durch die wolkenverhangenen Berge im Hintergrund herrschte eine ganz besondere Atmosphäre.








Mimose

Auch der Rückweg nach Hoi An lief nicht ganz reibungslos, denn auf einmal stoppten wir mitten auf der Strecke...leerer Tank. Kann ja jedem mal passieren! Da kein Kanister an Bord war, musste der Fahrer mit einem kleinen Plastikeimer zur nächsten Tanke laufen. Das hieß für uns mal wieder: Warten...aber auch das kann ja ganz lustig sein!






Früher war Hoi An eine bedeutender Seehafen und ein wichtiger Knotenpunkt der Seidenstraße. Heute kommen viele Reisende hierher, um sich für wenig Geld maßgeschneiderte Kleidung und Schuhe anfertigen zu lassen. In den kleinen schnuckeligen Gassen der Stadt reiht sich eine Schneiderei an die andere. Wieder mal ein Ort, in dem man umherwandern und einfach das Flair genießen muss!




Japanische Brücke aus dem 17. Jahrhundert




Schneiderei


Noch eine Schneiderei

Hier gibt`s keine Schuhe von der Stange, sondern nur Maßanfertigungen




Diese Jungs waren gerade dabei, die Verzierung des Balkons zu vollenden,
als dem Linken das Unglück passierte...

...ein großes Stück vom Beton abgebrochen :-(
Was nun? Alles neu?

Nee, ein bisschen abrunden das Ganze
 und es passt wieder ;-)

Die Zwei Tage in Hoi An waren total schön und entspannt. In der Altstadt fahren nämlich keine Motorräder...himmlische Ruhe!
Da meine Zeit in Südostasien sich dem Ende zuneigt (am 15.12. muss ich wieder in Bangkok sein) hab ich beschlossen, die südliche Küste von Vietnam auszulassen und direkt nach Saigon zu fahren, um ein bisschen Strecke zu machen. Wie schon so oft konnte ich mich mal wieder nicht zu der wahrscheinlich bequemeren, aber wesentlich teureren Variante des Zugfahrens durchringen, so dass ich am Ende doch wieder im Schlafbus gelandet bin (jetzt wieder alleine ohne die Mädels)...25 Stunden Fahrt, die eigentlich nur 20 Stunden dauern sollte...wobei das natürlich irgendwann auch keinen Unterschied mehr macht! Nach 11 Stunden Fahrt und halber Strecke wurden wir um 5:00 Uhr früh mit einem lauten "everybody get off the bus NOW" aus dem Halbschlaf gerissen und an einer Straßenecke in irgendeiner Stadt ausgesetzt. Jaja, der nächste Bus kommt gleich, also HIER warten und nicht weggehen...so standen wir uns geschlagene 3 Stunden die Beine in den Bauch, immer in der Erwartung, dass jeden Moment der Bus kommt. Dann kam er und es folgten "nur" noch weitere 11 Stunden Fahrt. Ein Traum, aber irgendwann kam ich ziemlich gerädert in Saigon an und gönnte mir ein Einzelzimmer für 4,50€, das ich nur mit ein paar Ameisen teilen musste...endlich SCHLAFEN ;-)